Vortrag Hermann Honnef

Vortrag Hermann Honnef

Beeindruckender Vortrag und überraschende Zugabe

Der 17. März war ein guter Tag für den Verein Gutenberghaus Bad Honnef e. V.: Fast 50 Personen erschienen zu der Veranstaltung „Hermann Honnef – Erfinder, Visionär und Windkraftpionier“ mit Dieter Mechlinski in der Aula der Konrad-Adenauer-Schule.

Sie erlebten einen sehr gut recherchierten, faktenreichen Vortrag über den 1878 auf Grafenwerth geborenen Ingenieur, der mit seinen Plänen zur Nutzung von Windkraft seiner Zeit voraus war. Der mit vielen Bildprojektionen angereicherte, spannende Bericht ließ das Leben eines ungewöhnlichen Mannes Revue passieren, der keineswegs ein „spinnerter“ Visionär war. Hermann Honnefs Pläne beinhalteten viele Aspekte – wie die Zwischenspeicherung von Windstrom durch Wasserstofferzeugung, ein Stromleitungssystem von Nord nach Süd durch Deutschland oder die Nutzung von Meereswinden in Offshore-Windparks – die (leider erst) 100 Jahre später Realität wurden.

Nach dem verdienten Schlussapplaus für Dieter Mechlinski kam dann noch eine überraschende Botschaft aus dem Auditorium. Christoph Dänzer-Vanotti, Vorsitzender des Vorstandes der in Rheinbreitbach ansässigen gemeinnützigen Kummer-Vanotti-Stiftung und  Kersten Kerl, Vorstand der Bad Honnef AG, erklärten, dass die Stiftung auf Initiative von Bürgermeister Otto Neuhoff gemeinsam mit der Bad Honnef AG das Lebenswerk des Windkraftpioniers Hermann Honnef mit einem Sonderpreis im Rahmen einer Skulptur auf Grafenwerth würdigen wird.

Die Kummer-Vanotti-Stiftung fördert Projekte, die sich besonders kreativ mit Umwelt- und Klimaschutz auseinandersetzen. Seit 2020 entwickelt die Stiftung gemeinsam mit der Stadt Bad Honnef einen Umweltskulpturenpark auf der Insel Grafenwerth. Dazu wird jährlich ein Preis ausgeschrieben, der an eine Künstlerin oder einen Künstler vergeben wird, die/der ein hochwertiges Kunstwerk schafft, das ein Umweltthema adressiert. (Die Preisträgerin des Environment and Art Award 2020 der Kummer-Vanotti-Stiftung, die Rotterdamer Künstlerin Antye Guenther schuf ein Keramikkunstwerk mit Umweltinformationen über die Rheininsel Grafenwerth und Bad Honnef. Es enthält übrigens bereits eine Abbildung einer Windkraftanlage, wie sie von Hermann Honnef geplant war.)

2023 wird nun zusätzlich gemeinsam mit der Bad Honnef AG der Hermann-Honnef-Award ausgeschrieben. Diese Ausschreibung ist bereits an renommierte lokale und internationale Künstler versandt worden, die einen Vorschlag für ein ansprechendes Kunstwerk einreichen werden, das sich mit der Arbeit des Windkraftpioniers Hermann Honnef auseinandersetzt und 2024 auf der Rheininsel Grafenwerth aufgestellt werden soll.

Damit wird sich der Wunsch vieler Menschen – erwähnt seien hier beispielhaft die beiden Heimatforscher Martin Maus und Dieter Mechlinski –, dass es in Bad Honnef, mehr als 60 Jahre nach seinem Tod, eine bleibende Erinnerung an Hermann Honnef geben sollte, endlich erfüllen.

Viele anregende Gespräche bei einem Glas Wein ließen den gelungenen Abend ausklingen.

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Zum Vormerken: Die nächste Vortragsveranstaltung des Vereins Gutenberghaus Bad Honnef e. V. ist für den 15. Juni geplant: Ein Vortrag von Dr. Heinz Zuber: Die Preußen am Rhein – Auf Spurensuche in der ehemaligen Rheinprovinz (bis 1850).

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Noch ein Tipp: Eine großartige Bildergalerie zu Hermann Honnef hat das virtuelle Brückenhofmuseum zu bieten.

https://virtuellesbrueckenhofmuseum.de/vmuseum/historie/abfrage_sql.php?rolle=ja&serie=Hermann Honnef, ein Windkraftpionier

Dieter Mechlinski während des Vortrags – Foto: Lothar Vreden

2024-03-06T21:45:51+01:00Samstag, 18. März, 2023|

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