
Willi Birenfeld und Joachim Arntz nach dem Vortrag. Auf der Leinwand sieht man die heutige Bebauung des ehemaligen Wolfshof-Areals
Der Wolfshof
Geschichte und Geschichten eines verschwundenen Gutshofs
Dass unser Ehrenvorsitzender Willi Birenfeld erzählen kann, hat er vielfach unter Beweis gestellt. Seine Vorträge über den Honnefer Heimatdichter Franz Josef Schneider sind legendär.
Dass er darüber hinaus aber ein echter Heimatforscher ist, der Vergangenheit in akribischer Weise erforscht und lebendig werden lässt, das bewies er an diesem Abend.
Mehr als 75 Zuschauer folgten nach der kurzen und einvernehmlichen Mitgliederversammlung gespannt seinen Darlegungen, die auch deshalb besonders authentisch waren, weil Birenfeld über seine Frau Ulla mit vielen der beschriebenen Personen verwandt ist. Besonders köstlich: die Geschichten des Wilfried Unterberg, der ebenfalls ein ausgesprochenes Erzähltalent war.
Insgesamt: ein gelungener Beitrag zur „Geschichte von unten“ und ein ebenso gelungener Abend.
21. März 2025
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Die Rettung des Siebengebirges

Spuren des Basaltabbaus: Kuckstein an der Rabenlay – Foto: Hibakusha / Wikipedia
In seinem hoch informativen und sehr anschaulichen Vortrag „Basaltabbau im Siebengebirge – Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge als entscheidender Faktor im Konflikt zwischen Abbau und Naturschutz“ zeigte Dr. Jan Ludwig vor mehr als 40 Zuhörern die akute Gefährdung der Silhouette des Siebengebirges durch den Basaltabbau im Gipfelbereich am Ende des 19. Jahrhunderts und die Gründe und Strategien auf, welche es dem VVS ermöglichten, das Zerstörungswerk zu stoppen.
Die wirtschaftliche Attraktivität der Basaltvorkommen im Siebengebirge resultierte aus der großen Nachfrage nach Basalt für den Straßen-, Wege-, und Wasserbau, der Lage als nördlichste Vorkommen in Rheinnähe und den vorhandenen Verkehrswegen. Auf der anderen Seite standen der Naturdenkmalschutz und die wirtschaftlichen Belange des Tourismus.
Wesentliche Faktoren für den letztendlichen Erfolg des VVS waren die staatliche Unterstützung, besonders durch den Oberpräsidenten der Rheinprovinz, und die Zusammensetzung der Mitglieder, welche überwiegend aus der Verwaltung und der bürgerlichen Elite stammten. Dies und die Beschränkung auf das Siebengebirge sicherten dem Verein einen starken regionalen Einfluss, der auch in der Bewilligung einer Lotterie und des Enteignungsrechts zum Ausdruck kam. Die Gelder aus der Lotterie wurden u.a. zum Ankauf benachbarter Grundstücke als „Schutzstreifen“ oder ganzer Basaltbrüche genutzt.
Mit angeregten Diskussionen der Mitglieder und Gäste klang der Abend aus.
Dr. Joachim Arntz, Februar 2025
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Eine gute Nachricht
Groß war die Freude, als die Nachricht der Bad Honnef-Stiftung der Kreissparkasse Köln einging, dass unserem Verein eine erneute Förderung zuteil wird. Die Zuwendung in Höhe von 1000 Euro ermöglicht dem Verein die Anschaffung von Stellwänden für den Archivraum.
Damit können bei Veranstaltungen einige der „Schätze“ des Archivs angemessen zur Schau gestellt werden.
Der Verein Gutenberghaus Bad Honnef e. V. sagt DANKE!
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Die Bad Honnef-Stiftung der Kreissparkasse Köln wurde Jahre 1997 gegründet. Sie fördert in der Stadt Bad Honnef Vereine und Institutionen in den Bereichen Musik, Literatur, darstellende und bildende Kunst, Denkmalpflege, Heimatpflege und Heimatkunde, Sport, Jugend- und Altenhilfe, Wohlfahrt- und Sozialwesen, Umwelt- und Naturschutz sowie Bildung und Erziehung.
Die 760 Stiftungen der Sparkassen in ganz Deutschland verstehen sich als Partner der Bürgergesellschaft und stellen eine besondere, auch von wirtschaftlichen Entwicklungen unabhängige Form der Mitgestaltung dar: dauerhaft zur Verfügung gestelltes Kapital erwirtschaftet kontinuierlich Erträge, die Jahr für Jahr im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ für definierte Förderzwecke bereitstehen. Mit insgesamt 14 Stiftungen und einem Gesamtstiftungskapital von rund 77 Mio. Euro zählt die Kreissparkasse Köln zu den stiftungsaktivsten Sparkassen in Deutschland.
Januar 2025
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Ein doppeltes DANKE !
Gleich zwei Sachspenden bereichern zukünftig die Sammlungen unseres Vereins.
Unserem Mitglied Walter Walkembach danken wir herzlich für die Stiftung von Familienfotos, die die historische Fotosammlung des Vereins noch wertvoller machen werden.

Wolfgang Flume beim Ausladen seiner zahlreichen heimatgeschichtlichen Werke. (Foto: Joachim Arntz)
Die Gaben unseres Mitglieds Wolfgang Flume – seit vielen Jahren
engagierter Forscher zur Heimatgeschichte – füllten einen Kofferraum!
Wir danken herzlich für die Stiftung seiner umfangreichen Bibliothek
mit Werken zur Heimatgeschichte Honnefs und der Region,
die eine wertvolle Ergänzung der vorhandenen Bibliothek des Vereins darstellt.
28. Januar 2025
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Spannende Reise ins 19. Jahrhundert
Erstmals musste wegen der Bauarbeiten in der KASch eine Vereinsveranstaltung im „Exil”, im Foyer des Bad Honnefer Rathauses, durchgeführt werden. Am 13.01.25 fand vor mehr als 20 Besuchern unter dem Titel AM RAND DES RUHMS – UNGESCHRIEBENE THEATERBIOGRAPHIEN ein Abend mit der Journalistin Catrin Möderler statt. Sie nahm das konzentrierte Publikum mit zu einer spannenden Reise in das 19. Jahrhundert, einer Blütezeit des europäischen Theaters.
Im ersten Teil des Abends stand die Familie Röder, die für Bad Honnef von besonderer Bedeutung ist, im Mittelpunkt der Ausführungen: Der umtriebige, leidenschaftliche Schauspieler, Theaterleiter und – auch wirtschaftlich – höchst erfolgreiche Theater-Agent Ferdinand Röder, seine beiden Ehefrauen, Bertha von Romani und Anna Elisabeth Dubenowsky (später Annette Röder) und natürlich Röders Ziehtochter Emilie Concordia Eveline Dubenowsky, genannt Mila Röder, Bühnenstar der 1870er-Jahre. Es war beeindruckend, den Schilderungen von Catrin Möderler zu folgen und zu spüren, wie nah sie dieser Zeit, dieser Familie bei ihren Recherchen gekommen ist.

Catrin Möderler vor ihrem Vortrag im Foyer des Rathauses – Foto: Möderler
Im zweiten Teil des Abends las die Autorin aus ihrem neuen Buch Am Rand des Ruhms die bewegende Geschichte des Kinderdarstellers Johann Trebitsch, der mit Mila Röder gemeinsam auf der Bühne gestanden hatte und nach sechs Jahren Bühnenlaufbahn im Alter von erst 12 Jahren an Diphterie starb. Spätestens bei dieser tragischen Erzählung wurde für jede(n) im Saale deutlich, dass die Bücher von Frau Möderler mehr enthalten als gut recherchierte Einzelschicksale: Sie sind ein tiefer Blick in das Leben des 19. Jahrhunderts und behandeln zeitlose Themen wie Macht, Ruhm, Neid und Ausbeutung.
Zum Schluss erfuhren die Besucher(-innen) noch ganz Aktuelles: Frau Möderler, sicherlich die weltweit beste „Vertraute” der Familie Röder, hat Kontakt mit den für das Honnefer Mausoleum Zuständigen aufgenommen und durfte das Innere und die Grabstätten besichtigen und ihre Sicht zur Bedeutung dieser Kulturstätte einbringen. Dieses, im byzantinischen Stil gebaute Familiengrab der Röders, ist, so Möderler, „das bedeutendste Grabdenkmal einer Theaterfamilie außerhalb des Wiener Zentralfriedhofs” und für Bad Honnef von unschätzbarem Wert.
Man kann nur hoffen, dass die für die Renovierung des Grabmals Zuständigen den Kontakt mit Frau Möderler halten und Gebrauch von ihrer Expertise machen werden.
30. Januar 2025
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Der Ortsteil Bad Honnef-Reitersdorf im frühen Mittelalter
Spannende Zeitreise in die Honnefer Vergangenheit
Fast 50 Personen waren am 14.11.24 in die wegen der Bauarbeiten schwer zugängliche Aula der KASch gekommen, um den Vortrag Der Ortsteil Bad Honnef-Reitersdorf im frühen Mittelalter der Ehrenvorsitzenden Renate Mahnke zu hören.
Sie ging den Fragen nach: Woher hat das Dorf seinen Namen? Wem gehörte Reitersdorf und wer hat das Dorf an das Karolinger-Kloster Prüm verschenkt? Was waren das für Bewohner und wie haben sie ihr Geld verdient? Gibt es Dokumente darüber? Warum gibt es das Dorf nicht mehr?
Und sie wurden nicht enttäuscht, mussten sich aber auf eine weite Reise in die Vergangenheit machen.
Renate Mahnkes Vortrag begann mit der Geschichte der Franken und ihren mehrfachen Eroberungskriegen gegen die freiheitsliebenden Friesen. Diese waren als tüchtige Händler und Seefahrer bekannt. Als Karl der Große 785 ganz Friesland besiegte, siedelte er die Bewohner um, wo er sie als solche einsetzen konnte. Dafür waren sie unmittelbar dem Kaiser unterstellt. Die Friesen gründeten neben dem Adel und dem Klerus einen neuen Stand, den Kaufmannsstand.
Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen der Söhne Karls des Großen erhielt der hochadelige Graf Matfried II., Graf von Orleans den Eifelgau, in dem das karolingische Hauskloster Prüm lag. Seine hochadelige Frau Hiedilda schenkte dem Kloster Prüm ihr Dorf Reitersdorf zur Nutznießung, wie wir aus einer Urkunde aus dem Jahr 866 wissen. Der Text dieser Urkunde ist heute noch erhalten in einer Abschrift aus dem 893, dem liber aureus, dem „Goldenen Buch“ und Ergänzungen aus dem 13. Jahrhundert durch Caesarius, dem Abt des Klosters Heisterbach.

Renate Mahnke bei ihrem Vortrag – Foto: ubi
Für die spannende Frage, woher die Bewohner von Reitersdorf kamen, hatte Renate Mahnke eine interessante Theorie: Die Friesen hatten im frühen Mittelalter bedeutende Handelsniederlassungen in vielen Rheinstädten gegründet wie z. B. an der Neckarmündung oder in Duisburg, einer sehr großen friesischen Siedlung. Die Reitersdorfer hatten die Verpflichtung, u. a. zwischen den Orten Sankt Goar und Duisburg mit Schiffen „cum nave“ die Steuern einzutreiben und kleinere Botendienste zu leisten. So steht es im Goldenen Buch. Wer waren die erfahrenen Schiffsleute, die direkt dem Kaiser unterstellt waren? Die Friesen.
Und auch für den Untergang des Ortes gab es in diesem Vortrag eine interessante, plausible These: Das Magdalenenhochwasser von 1342, eine der schlimmsten Umweltkatastophen des Mittelaters in unseren Breiten. Der Wasserstand war so hoch, dass man die Kölner Stadtmauer mit dem Schiff überfahren konnte. Das könnte die Ortschaft fortgespült haben. Die nicht so seßhaften Bewohner kamen nicht zurück. Die Verpflichtung der Bewohner war auch weggefallen: Das Kloster wurde zweimal von den Normannen niedergebrannt, geplündert und die Mönche ermordet. Es gab ein neues Kaisergeschlecht mit einem eigenen neuen Hauskloster. Die Bedeutung des Klosters Prüm war mit den Karolingern untergegangen.
Dezember 2024
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Geselliges Archiv-Treffen mit zwei Vorträgen am 26.09.24
Am 26. September fand wieder einmal ein geselliges Mitglieder-Treffen im Archiv des Vereins in der KASch statt. Wer den komplizierten Weg zwischen Absperrungen und Bauschutt gemeistert hatte, wurde reichlich belohnt. Zu dem einen oder anderen Glas Wein und guten Gesprächen untereinander gab es für die rund vierzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich zwei Vorträge zu hören.
Unsere Schatzmeisterin Manuela Stenzel sprach zu Beginn über das Thema Vorsicht Betrüger. Sie erläuterte häufige Betrugsversuche am Telefon und bei E-Mails und gab Tipps, wie man sich verhalten sollte. Auch wer zu Beginn vielleicht meinte, „das kann mir nicht passieren“ kam sicherlich bei der ein oder anderen betrügerischen Methode ans Nachdenken. Erschreckend war auch, dass eigentlich jede(r) der Anwesenden schon Erfahrungen mit solchen Betrugsversuchen gemacht hat. Und da durch verstärkten Einsatz von KI mit immer raffinierteren Angriffen gerechnet werden muss, sollte sich niemand zu sicher fühlen.
Anschließend konnten die Anwesenden Erwin Martini, den profunden Kenner unserer Pfarrkirche, bei einem Lichtbildervortrag mit dem Titel Von der Erde bis zum Himmel – 1200 Jahre Baugeschichte von St. Johann Baptist in Bad Honnef zuhören und -sehen. Eine Besonderheit dieses bebilderten Vortrages: Erwin Martini zeigte zum ersten Mal auch Fotos, die aus dem Nachlass Günter Groote stammen und die ihm unser Archiv nach erfolgter Digitalisierung zur Verfügung stellen konnte.
Welch baugeschichtlicher Schatz da auf dem Bad Honnefer Marktplatz steht, wurde jedem in dem 90-minütigen Vortrag deutlich. Die heutige Kirche, seit 1988 unter Denkmalschutz stehend, hat mindestens zwei Vorgängerbauten, von denen der ältere ins frühe 8. Jh. zu datieren ist. Diese dreischiffige Steinkirche wurde von einem spätromanischen Kirchenbau abgelöst. Dessen fünfgeschossiger Turm ist bis heute erhalten.
Nach 1500 entstand die spätgotische, ebenfalls dreischiffige Hallenkirche unter Verwendung des Turms und zweier Pfeiler der Vorgängerkirche. 1859/1860 erhielt der Kirchturm einen neuen, achtseitigen Turmhelm sowie neue Giebel in teils gotischen Formen. Interessant war in diesem Zusammenhang zu erfahren, warum in einem kleinen Ort so spät eine recht große, gotische Kirche errichtet wurde. Martini erläuterte, dass die Baumeister der Gotik, nachdem der Kölner Dom fertig war, in die Dörfer wanderten, um ihre Fähigkeiten weiter nutzen zu können.

Badorfer Gefäß in 3d-System (c) Erwin Martini

Grabungsarbeiten in St. Johann Baptist Ende der 70er Jahre. Bild aus der Groote-Sammlung des Vereins.
Neben der detailierten Schilderung der weiteren baugeschichtlichen Entwicklung der Kirche, berichtete Martini von einigen Besonderheiten, die bei Ausgrabungen zu Tage traten: Ein Bauopfer, ein Badorfer Gefäß, aus der Zeit zwischen 750 und 780, das 1979 gefunden wurde (s. Foto) und Gräberfunde mit besonderen Inhalten (z. B. Tote mit Nägeln im Kopf). Dass die Kirche 1944/45 dem Erzbischof von Köln als Ersatz für den Kölner Dom (Priesterweihe) diente, war eine der Anekdoten, die den Vortrag trotz seiner Informationsfülle so unterhaltsam machten.
Eine großartige Veranstaltung, die den Besuchern auch den Wert und die Bedeutung ihrer Mitgliedschaft im Verein Gutenberghaus e. V. aufzeigte.
Am 3. Dezember erläuterte Erwin Martini dann den zahlreich erschienen Mitgliedern bei einer Besichtigung der Kirche noch einmal anschaulich die Baugeschichte von St. Johann Baptist.
12. Dezember 2024
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Stadtteilrundgang durch Rommersdorf und Bondorf
Bei Sonnenschein und angenehmer Temperatur fand am 15. September 2024 für die Mitglieder des Vereins Gutenberghaus e.V. eine Führung durch die Bad Honnefer Ortsteile Rommersdorf und Bondorf statt. Fachkundig und unterhaltsam geführt von der Gründerin und Ehrenvorsitzenden des Vereins Renate Mahnke gab es für die 16 Teilnehmenden viele interessante Informationen und Geschichten.

Einige Teilnehmende der Führung mit dem Vorsitzenden des Vereins, Joachim Arntz (ganz links) und der Führein, Renate Mahnke (ganz rechts) – Foto: Heidi Cremer
Der Rundgang startete in Bondorf am Göttchesplatz, an dem einmal eine Kapelle stand und der in frühen Zeiten ein Zentrum Bad Honnefs darstellte. Direkt nebenan befindet sich ein Katholischer Kindergarten, der ursprünglich als „Kinderverwahranstalt“ eingerichtet wurde.
Weiter ging es vorbei am Krankenhaus und dem Feuerschlößchen – dessen Vorgängerbau, an einem Weinberg gelegen, ein beliebtes Café beherbergte – zur Villa Schaaffhausen.
Renate Mahnke wusste mit vielen Anekdoten die Führung kurzweilig zu gestalten. So erzählte sie zum Beispiel, dass in Rommersdorf der Name „Anna“ mehrfach vorkommt, dies aber unterschiedliche Ursprünge hat: Während die Annakapelle nach der Großmutter von Jesus benannt wurde, bekam das Annatal seinen Namen nach der Tochter des Fabrikanten Hubert Schaaffhausen.

Renate Mahnke erklärtDetails in der Annakapelle – Foto: Christa Dohmann
Auch die (neugotische) Annakapelle wurde besichtigt und Renate Mahnke wusste zu berichten, dass in der Wohnung der Rektoren gegen Ende des 2. Weltkriegs Kardinal Joseph Frings, Erzbischof von Köln, wohnte, da seine Kölner Unterkunft zerstört worden war.
Zum Abschluss ging es ins Hölterhoffstift, ein repräsentativer, unter Denkmalschutz stehender Bau, der sowohl die Deutsche Physikalische Gesellschaft als auch die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte und die Elly Hölterhoff-Böcking-Stiftung der Universität Bonn beherbergt. Auch hier wusste unsere Führerin etwas zu berichten, das nicht jeder weiß: Hier wurde 1955 das „Honnefer Modell“ beschlossen, der Vorläufer des heutigen BAFöG.
Zum Abschluss einer hochinteressanten Führung diskutierte die Mehrzahl der Teilnehmenden das Genannte und vieles, was hier nicht geschrieben werden konnte, noch bei Kaffee und Kuchen.
28. September 2024
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Leserbrief des 1. Vorsitzenden des Vereins Gutenberghaus Bad Honnef e.V.
zu dem Artikel „Kaputte Dächer, Feuchtigkeit und Schimmel“
(General Anzeiger, Ausgabe Siebengebirge, 21. Juni 2024)
Der Artikel von Claudia Sülzen über die Situation auf dem Alten Friedhof in Bad Honnef macht erneut deutlich, wie wichtig die kontinuierliche Unterhaltung öffentlicher Bauwerke ist. Anders als bei Straßen, Schienenwegen und in den zurückliegenden Jahren (schlecht) gebauten Rathäusern ist dies bei Denkmälern nicht nur eine Frage des Geldes. Straßen, Brücken etc. können mit entsprechendem finanziellem Aufwand wiederhergestellt werden. Für Denkmäler, die abgängig sind, gilt dies nicht. Ihr Verlust ist ein endgültiger und daraus erwächst für die öffentliche Hand (wie für jeden Denkmaleigentümer) die früher auch im nordrhein-westfälischen Denkmalschutzgesetz ausdrücklich normierte Pflicht, „ihre Denkmäler instand zu halten“ und „instand zu setzen“.
Dass dies angesichts der desolaten Finanzlage der Gemeinden, ihren zahlreichen, ständig wachsenden finanziellen Verpflichtungen, der Vielzahl notwendiger Investitionen und nicht zuletzt der Versäumnisse der Vergangenheit nicht bedeuten kann, dass alle wünschenswerten Vorhaben sofort in Angriff genommen werden, versteht sich von selbst. Anderes muss aber gelten, wenn es sich um ein Denkmal von herausragender Bedeutung handelt, wie dies zumindest beim Röder-Mausoleum der Fall ist.
Die „Chronistin“ der Familie Röder, die in Asbach lebende Schriftstellerin und Journalistin Catrin Möderler, welche vier Bücher über die „Theaterfamilie“ Röder und ihre Bedeutung für das Kulturleben des 19. Jahrhunderts geschrieben hat, nennt das Mausoleum „das bedeutendste Grabdenkmal einer Theaterfamilie außerhalb des Wiener Zentralfriedhofs“.
Zu den Wand- und Deckengemälden hat die Kunsthistorikerin Silke Tofahrn in ihrer von der Dr. Axe- Stiftung finanzierten Studie über „Adolf Schmitz-Crolenburgh und seine Wandmalereien im Mausoleum Roeder in Bad Honnef“ 2016 festgestellt, dass sie offensichtlich die „einzig erhaltenen“ des bedeutenden Düsseldorfer Künstlers sind.
Vor diesem Hintergrund erscheint ein „Abriss“ des Gebäudes undenkbar.
Dass er zum Glück auch weder von der Verwaltung noch vom zuständigen Fachausschuss ernstlich ins Kalkül gezogen wird, macht die Wiedergabe der Beratungen im Artikel deutlich. Nun gilt es aber auch zu handeln und alle denkbaren Fördermöglichkeiten auszuloten. Und natürlich: den weiteren Verfall „mit Bordmitteln“ zu stoppen.
Dr. Joachim Arntz
Der Leserbrief wurde vom GA veröffentlicht.
31. August 2024
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Begehung des jüdischen Friedhofs „Auf der Helte“ am 3. Juli 2024
Über fünfzig Personen nahmen an dem Rundgang über den Jüdischen Friedhof „Auf der Helte“ in Bad Honnef-Selhof am 3. Juli 2024 teil. Die Führung war initiiert worden von dem Verein Gutenberghaus Bad Honnef e.V. (GBH) zusammen mit dem 2023 gegründeten Verein Jüdische Vergangenheit und Gegenwart in Bad Honnef e.V. (JVGH).
Die Kunsthistorikerin Andrea Raffauf–Schäfer erinnerte an die ersten Spuren von Juden in der Region vor vielen Jahrhunderten auf der Wolkenburg, und erklärte die Bedeutung und die Symbolik jüdischer Friedhöfe und Gräber in der jüdischen Kultur. Auf dem folgenden Rundgang von den ältesten Gräbern von 1666 bis zu den neueren an der Ostseite des Friedhofs schilderte Frau Raffauf–Schäfer an ausgewählten Grabsteinen Aspekte des Lebens der dort zur Ruhe Gebetteten.
„Dieser Ort, der zum Meditieren und zur Besinnung einlädt wie kaum ein anderer in unserer Stadt, ist ein historisches Zeugnis der Integration Honnefer Juden in lebendiger Nachbarschaft, von der wir so viel, fast alles durch die Shoah verloren haben“, kommentierte Professor Rolf D. Cremer, Vorsitzender des JVGH.
In seinem Schlusswort regte Dr. Joachim Arntz, Vorsitzender des GBH, an, auf diesem Friedhof auch der vielen Honnefer Juden zu gedenken, die entweder aus ihrer Heimat fliehen mussten oder dem mörderischen Nazi-Regime zum Opfer fielen, und deshalb nicht in ihrer heimatlichen Erde bestattet werden konnten.
Die beiden Vereine haben vereinbart, auch künftig zusammenzuarbeiten. Nächstes Projekt wird die Schaffung und Gestaltung einer Gedenkstätte für die ermordeten und vertriebenen Honnefer Juden sein.
27. August 2024
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Unsere letzte Veranstaltung, „Der Franken Weg“,
am Freitag, 17. Mai 2024, war sehr gut besucht!
65 Teilnehmer(-innen) (!) bevölkerten die Aula der KASch und lauschten dem Vortrag von Jochen Carsten.
Er führte die Zuhörer(-innen) auf eine Reise durch Zeit und Raum auf den Spuren der Volksstämme, die zusammengefasst „die Franken“ bezeichnet werden und ohne deren – nicht immer friedliches – Tun, Europa heute ein anderes Gesicht hätte.
Man kann gespannt sein auf das bald zu diesem Thema erscheinende Buch von Carsten, das die Möglichkeit geben wird, die vielen zusammengetragenen Fakten und Namen dieser viele Jahrhunderte dauernden Völkerwanderung noch einmal zu studieren.
21. Mai 2024
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Der neue Vorsitzende Dr. Joachim Arntz (li.) überreicht dem bisherigen Vorsitzenden Willi Birenfeld die Urkunde zum Ehrenvorsitzenden
Willi Birenfeld übergibt das Ruder
Emotionale Mitgliederversammlung des Verein Gutenberghaus Bad Honnef e.V.
Es war keine gewöhnliche Mitgliederversammlung des Vereins Gutenberghaus Bad Honnef e.V. in der Aula der Konrad-Adenauer-Schule, an diesem 8. März 2024.
Willi Birenfeld (91), fünf Jahre Vorsitzender und Herz und Seele des Vereins kandidierte aus Altersgründen nicht mehr für den Vorsitz – sicherlich eine schmerzliche Zäsur. Trost ist, dass der rührige Verein mit der Wahl des bisherigen 2. Vorsitzenden Dr. Joachim Arntz zum neuen Vorsitzenden Konstanz zeigt. Dr. Arntz, der bisher schon eng und vertrauensvoll mit Willi Birenfeld zusammenarbeitete ist ein Garant, dass der Verein Gutenberghaus weiterhin sehr aktiv die Heimatgeschichte Bad Honnefs erlebbar machen wird. Zum neuen 2. Vorsitzenden wurde Andreas Bartsch gewählt, weiterhin im Vorstand sind Manuela Stenzel als Kassenführerin und Dr. Hans-Eckhard Krüger als Schriftführer. Willi Birenfeld wird weiterhin seine profunden Kenntnisse zum Nutzen des Vereins einsetzen.
Als erste Amtshandlung konnte der neue 1. Vorsitzende der Gründerin des Vereins, Renate Mahnke, und Willi Birenfeld jeweils eine Urkunde überreichen: Die Mitgliederversammlung hatte die beiden zuvor einstimmig zu Ehrenvorsitzenden des Vereins Gutenberghaus Bad Honnef ernannt.
9. März 2024
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In der neuen Ausgabe der Brücke, die an vielen Stellen in Bad Honnef ausliegt, ist ein zweiseitiger Bericht zur Arbeit im Archiv unseres Vereins
https://bruecke-badhonnef.de/wp-content/uploads/2024/03/A4_DieBruecke_Maerz_2024_230318.pdf
3. April 2024
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Ein schöner Artikel von Claudia Müller-Sülzen im General-Anzeiger (Ausgabe Siebengebirge; 13. März 2024):
13. März 2024
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Honnef-heute.de berichtet über die Mitgliederversammlung (inkl. eines Videos über die Anfangsjahre des Vereins)
http://honnef-heute.de/gutenberghaus-bad-honnef-e-v-willi-birenfeld-uebergibt-das-ruder
12. März 2024
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